Ein Mann bedient eine professionelle Kamera. Im Bildschirm der Kamera ist eine Pressekonferenz zu sehen. © Judith Scherer

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert Medienvertreter direkt und aktuell über relevante Neuigkeiten rund um die ambulante Versorgung in Hessen – durch Pressemitteilungen und -konferenzen.

Neuer Akut- und Notfalltresen am Sana Klinikum Offenbach

Gesundheitsministerin Diana Stolz, KV-Vorstand Armin Beck, Geschäftsführer Philipp Schlerkmann und der Chefarzt der Klinik für Interdisziplinäre Notfallmedizin, Dr. Christian Pietsch, vom Sana Klinikum Offenbach, haben heute feierlich den Akut- und Notfalltresen eröffnet.

Dieser hat die Aufgabe, schwere Fälle von weniger schweren zu unterscheiden und in die richtige Versorgungs­ebene zu leiten: die Zentrale Notaufnahme (ZNA) bei schwerwiegenden Krankheitsbildern oder Verletzungen, den Ärztlichen Bereitschaftsdienst oder die Vertragsärzte sowie die in der Notfallaufnahme ansässige Notfallpraxis bei weniger schwerwiegenden Fällen.

Eine funktionierende Patientensteuerung in der Akut- und Notfallversorgung ist eine der zentralen Aufgaben im deutschen Gesundheitswesen. Schon viele Jahre werden auf Bundesebene Reformideen hin- und hergewälzt, Strategiepapiere und Gutachten geschrieben, während das Problem der fehlenden Steuerung immer brennender wird. Im Sana Klinikum in Offenbach zeigen die Beteiligten nun erneut, dass es keinen Sinn macht, auf die große Lösung zu warten, sondern Steuerungsprobleme mit Konzepten anzugehen, die sich bereits anderswo in Hessen bewährt haben und auf die Gegebenheiten vor Ort angepasst werden:

„Wir zeigen auch mit diesem Tresen, dass wir partnerschaftlich eine gute Antwort auf eine der drängendsten Fragen in der Gesundheitsversorgung finden können“, sagt Armin Beck, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen. „Die Lösung ist gut für die Patientinnen und Patienten, aber auch für das Klinikum und uns als Betreiberin des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Mit innovativen Ansätzen wie hier in Offenbach sind wir in Hessen Vorreiter einer effizienten und bedarfsgerechten Patientensteuerung – weg von falscher Inanspruchnahme von Strukturen und Ressourcen, hin zu klaren Wegen in die richtigen Versorgungsebenen.“

 

„Mit der Eröffnung unseres neuen Akut- und Notfalltresens setzen wir einen bedeutenden Meilenstein für eine noch schnellere und gezieltere Notfallversorgung. Damit verbessern wir nicht nur die Abläufe in unserer Notaufnahme, sondern stärken auch die Patientensicherheit und die Qualität der medizinischen Versorgung in unserem Klinikum insgesamt. Unser Ziel ist es, unseren Patientinnen und Patienten in kürzester Zeit die bestmögliche medizinische Betreuung im richtigen Sektor zukommen zu lassen“, so Philipp Schlerkmann, Geschäftsführer des Sana Klinikum Offenbach.

Gesundheitsministerin Diana Stolz betonte: „Eine durchdachte Patientensteuerung ist ein wesentlicher Bestandteil, um die Notfallambulanzen nachhaltig zu entlasten und die Versorgungsqualität zu verbessern. Es ist wichtig, dass die Stellen, die Leben retten und schwere Fälle behandeln, nicht durch leichtere Erkrankungen belastet werden, die vom Ärztlichen Bereitschaftsdienst oder niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen behandelt werden können. Umgekehrt ist es für die Patienten ebenfalls eine Mehrbelastung, wenn sie eine Anlaufstelle aufsuchen, die für sie nicht passend ist. Daher ist es wichtig, kluge Lösungen anzubieten, wie es das Sana Klinikum Offenbach hier vormacht, um Patienten die bestmögliche Betreuung zu bieten und das medizinische Personal in den Notaufnahmen zu entlasten. Das ist ebenso beispielhaft wie die Gemeinsamen Tresen in Höchst und in Darmstadt.“

Der Akut- und Notfalltresen ist rund um die Uhr geöffnet, um die Patienten mittels Ersteinschätzungsinstrument SmED in den richtigen Versorgungssektor zu lenken. Alle fußläufigen Patienten ohne Einweisung werden von administrativen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Klinikums mit medizinischer Grundausbildung anhand von wenigen Fragen interviewt. So sollen Red Flags und Anzeichen auf dringenden Behandlungsbedarf schnell erfasst werden.

Pro Jahr kommen 58.000 Hilfesuchende in die zentrale Notfallaufnahme. Davon sind 63% Fußgänger, das heißt sie werden nicht mit dem Rettungsdienst oder dem Notarzt eingewiesen. Nur ca. 42% aller Patienten benötigen eine stationäre Behandlung. Mit der Lenkung der Patienten in den richtigen Sektor entlasten wir die Notfallversorgung und ermöglichen eine bessere Versorgung der schwerkranken Patienten – gleichzeitig können weniger schwere Fälle im ambulanten Bereich schneller behandelt werden.

zuletzt aktualisiert am: 01.04.2025

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